Mittwoch, 25. Oktober 2017

Wikipedia, Retter vor der Insolvenz?

oder
Tante Emma ist tot

Anmerkung vom 3.11.2017:
Eine typische Reaktion auf den nachfolgenden Text findet ihr hier https://mobile.twitter.com/wiki_mobbing
_____________________________________________

Da war einmal ein Schriftsteller . . . - So oder so ähnlich fangen viele Märchen an.
Manchmal bleibt so eine Geschichte nur ein Märchen,
zeitweilig wird es aber auch traurige Wahrheit.

Nun, dieser Autor in meinem Traum, der in einem bescheidenen Rahmen recht gute Biographien verfasste und auch erfolgreich publizierte, bot diese Dienste auch als sogenannter GhostSchreiber an; so nach dem Motto: "Du möchtest deine eigene Biographie schreiben? Ich zeige dir, wie es geht oder ich erledige auch das für dich nach einigen Interviews."

Dann begann irgendwann das leidige Tante-Emma-Sterben durch den Virus mit Namen Internet.
Nun, wer da meint, daß dieses "Tante-Emma-Problem" nur die vielen kleinen Einzelhandelsgeschäfte erfasst hätte, der irrt. Das Sterben der vielen Kleinunternehmen fast aller Branchen griff um sich.
Selbst die ganz Großen in der Welt des Wissens (Encyclopædia Britannica und unser guter alter deutscher Brockhaus) sahen mit Entsetzen, dass die neu gegründete Wikipedia ihnen so langsam aber sicher das Wasser abgrub.

Als die Wikipedianer sich dann nicht nur auf das Aufbereiten von Allgemeinwissen beschränkten, sondern auch noch auf die Lebensläufe bedeutender Persönlichkeiten im Lande stürzten, war das Maß voll.
Da gerieten dann auch so einige Autoren von Biographien ins Straucheln und sogar im schlimmsten Falle in die Insolvenz.
https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/cgi-bin/bl_suche.pl

Die Wikipedia hatte auch ihnen ein wenig das Geschäft vermasselt und nun stellte sich für sie die Frage, ob sie nun im eigenen Kämmerlein dagegen halten oder aber diese als Werbeträger für ihre eigene Biographie zweckentfremden sollten.
Das aber gleicht dann of dem Versuch der Quadratur des Kreises, denn wenn die Wikipedianer eines nicht mögen, dann ist es als "Who is Who"-Adressbuch von Selbstdarstellern für Werbezwecke benutzt oder gar mißbraucht zu werden.
Da kann es dann auch schon einmal recht derb zugehen und es tauchen solche Sätze wie dieser in der Diskussion um einen neuen Kandidaten auf:

"vom seriösen autor in anerkannten verlagen zum betreiber eines bezahlverlages. 
Benutzer:Xxxxxx wird höflichst gebeten, das pr-zumüllen von wikipedia 
in eigener sache aufzugeben. das hier reicht völlig. 
ansonsten wird vom "gremium" ernsthaft die sperre erwogen
grüße.--Xxxxxxxx, 11. Aug. 2010 (CEST)"

(Siehe auch: Wikipedia - "Interessante Entwicklung" und "Neutraler Standpunkt")

Hier endet das Märchen jäh und es taucht ein neues Traumbild in meinem Schlummer auf:
Da steht doch mein Milchmann, so wie ich ihn aus guten alten Zeiten kenne, zeternd vor dem Ladenlokal eines bekannten Lebensmittel-Discounters (der ihn ja mit seiner "Billig-Milch" in die Pleite getrieben hat) und verlangt von diesem, daß dort im Ladenlokal ein Werbeplakat (natürlich mit Foto und wohlwollendem Lebenslauf) für ihn aufgehängt wird.
Der Milchmann ist dabei aber auch nicht zimperlich (und kaum diplomatisch) und beschimpft diesen Dicounter zusätzlich noch mit Worten wie:

"Mir geht es nicht um mich, sondern um das Prinzip dieser Ladenkette 
als ausbeuterisches, parasitäres System, das Mobbing
Stalking und Falschdarstellungen gegen Personen und Firmen ermöglicht und toleriert."

Ich wache auf und fasse mich an den Kopf.
Doch - der Kopf ist noch da.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Jeder Kommentar ist willkommen.
Kommentare, die mir nicht gefallen (weil z.B. mit HateSpeech gespickt) lese ich natürlich,
werde diese aber nicht veröffentlichen, um die Gefühle meiner Leser zu schonen.

In diesem Sinne,
euer Rentner Anton

Brief an Stuart Styron (ein erster Versuch)

Es war ein Versuch. Und dieser Versuch ist so abgelaufen, wie ich es vermutet hatte. Aber die 5,5o T€uro war mir dieser Versuch dennoch we...